Baufirma Meissel & Co.

Beispielhaftes Freies Theater

Plakat Häuser zum Wohnen, nicht zum Profit! © Baufirma Meissel und Co.

Das Theater der Baufirma Meissel & Co. verbindet aktuelle Strömungen aus Kunst und Gesellschaft zu engagierten Sprachbildern für ein Publikum jeden Alters. Zur Wirkung trug nicht zuletzt der Mix aus Stilmitteln von Bänkeltafel, Kurbelfilm, Hand- und Großpuppen und dem jazzigen Drive der Trommeln bei.    
Aufgewachsen im Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit setzte sich die freie Theatergruppe kritisch mit Kirche und Politik auseinander und begleitete mit ihrem Straßen- und Aktionstheater die antiautoritäre und antirassistische, später die ökologische und Friedensbewegung.    
Impulse für ihre künstlerische Arbeit kamen ebenso aus der klassischen Bildung wie aus der Werbung. Ihre interdisziplinären Ansätze, die Gruppenprozesse als Motor der Produktion, der modulare Aufbau von Inszenierungen, die streitbaren Themen und die bewußte Haltung gegenüber dem jeweiligen Publikum sind inspirierende Positionen für den heutigen Theaterdiskurs.

Diethard Wies im Gespräch

Diethard Wies, der Prinzipal der Theatergruppe, entwirft nicht nur ein spannendes Panorama der Zeitgeschichte, sondern beschreibt auch die Mechanismen der künstlerischen Arbeit. Der Marsch durch die Institutionen, der Rückzug ins Private und Regionale wurde positiv gewendet. Die Erfahrungen wurden an die nächste Generation weitergegeben. Es wuchs eine neue, junge Theatergruppe heran und die Prinzipien der Theaterarbeit fanden Eingang in das Curriculum der Grundschulen.    
Zahlreiche Fotografien vertiefen die Eindrücke des Gespräches. Dazu ermuntert eine Übersicht der Sammlung des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland in Frankfurt am Main zur weiteren Beschäftigung mit der ein halbes Jahrhundert umgreifenden Praxis der Theatergruppe Baufirma Meissel & Co.    
Der Herausgeber dankt Diethard Wies für die interessanten Einblicke bei diesem offenen Gespräch und sein Vertrauen in den weiterhin sorgfältigen Umgang mit den Dokumenten. Polina Warnecke und Joanna Bauer danke ich für ihre redaktionelle Unterstützung bei der Bearbeitung der Abgabe und der Vor- und Nachbereitung des Interviews. (jk)

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