Themen XYZ 2011

Internationalität als eine kulturpolitische Kategorie

Der Prozess des Koproduzierens im Theater für junges Publikum

von Wolfgang Schneider

Der Autor fragt in seinem Beitrag nach geeigneten Strategien, um den internationalen Kulturaustausch vom Kulturexport zum Dialog der Kulturen zu entwickeln. Er schlägt Aspekte zum weiteren Nachdenken vor. Theateraustausch sei nicht nur Präsentation sondern auch Kommunikation – mit dem Publikum, den Gastgebern und anderen Gastkünstlern. Der Prozess des gemeinsamen kreativen Schaffens könne zur Intensivierung des Austauschs beitragen, weshalb die Pflege der Ensemblearbeit auch im internationalen Kontext Priorität haben sollte. Er plädiert für die fachliche Beratung im internationalen Kulturaustausch, für den er die Entwicklung von Qualitäts-Kriterien anmahnt. Seiner Meinung nach könnte die Theaterpädagogik ein Exportschlager aus Deutschland werden und er sieht die Notwendigkeit, die Wechselseitigkeit des Kulturaustausches auch strukturell zu verankern. Schneider

Vom kleinen Grenzverkehr zum globalen Austausch

Die Internationale Arbeit des Kinder- und Jugendtheaterzentrums 

von Henning Fangauf und Jürgen Kirschner 

Die Autoren reflektieren die internationale Arbeit des Kinder- und Jugendtheaterzentrums, das seit seiner Gründung in vielfältigen Initiativen mit der internationalen Dimension des Kinder- und Jugendtheaters befasst. Sie verweisen auf die Internationalität des Repertoires im deutschen Kinder- und Jugendtheater und die europäischen Einflüsse und stellen die konzeptionelle Entwicklung der internationalen Arbeit des Zentrums vor, die sich an den Zielen der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik der Bundesrepublik Deutschland orientiert. Anhand von Praxisbeispielen u.a. über das Theater von Anfang an, die Potentiale des Theaters für den Spracherwerb und die internationale Dimension der Sammlungen des Zentrums wird dessen internationale Arbeit anschaulich beschrieben. Fangauf und Kirschner

Der Wanderlust - Fonds für Internationale Theaterpartnerschaften der Kulturstiftung des Bundes

von Anne Maase 

Die Kulturstiftung des Bundes fördert innovative Programme und Projekte im internationalen Kontext. Ausgehend von der von vielen Theaterleuten beklagten Tatsache, dass Budget, Personalausstattung und Infrastruktur der Theaterhäuser eine Begegnung mit internationalen Partnern höchstens kurzfristig im Rahmen von Festivals zulassen, sollte mit dem Fonds Wanderlust, der 2008 mit dem Ziel ins Leben gerufen wurde, eine dauerhafte internationale Vernetzung der deutschen Stadttheaterszene angeregt werden. Die Autorin beschreibt ein innovatives Förderinstrument, das den finanziellen und organisatorischen Freiraum für langfristigen, intensiven Austausch ermöglicht. Maase

Play Europe

Die European Theatre Convention (ETC) und ihr Projekt 'Junges Europa' 

von Kay Wuschek 

Die European Theatre Convention (ETC) ist ein europäisches Netzwerk, gegründet im Jahr 1989, zur Förderung des öffentlichen Theaters als Teil unseres kulturellen Erbes, zur Förderung zeitgenössischer Dramatik, zur Unterstützung des künstlerischen Austausches in Europa und zur Förderung der Mobilität von Künstlern. Kay Wuschek beschreibt in seinem Beitrag die Ziele und Aufgabe des Netzwerkes und berichtet von der Realisierung des künstlerischen Projektes 'Junges Europa' in den Jahren 2008 bis 2010 mit elf Partnertheatern aus Ländern der Europäischen Union. Wuschek

Vom Sinn europäischer Kulturförderung

Erfahrungen mit europäischen Netzwerken im Kinder- und Jugendtheater 

von Dirk Neldner 

Im Projekt Platform 11 plus – Artistic Discoveries in European Schoolyards (P11+) haben sich 13 Theater aus zwölf Ländern zusammengeschlossen, um europaweit eine Kulturoffensive für junge Menschen im Alter von 11 bis 15 Jahren zu initiieren. Am Ende des zunächst auf vier Jahre konzipierten Projektes werden weit über 50 neue Theaterstücke geschrieben und aufgeführt sein, davon mehr als ein Dutzend in länder- und sprachübergreifenden Kooperationen. Der Autor beschreibt die Arbeitsweise des Netzwerkes, das beispielgebend für die Wirksamkeit europäischer Kulturförderung sein kann. Neldner

Internationale Koproduktionen - Begegnungen auf der Zweibahnstraße

Möglichkeiten und Strategien des Goethe-Instituts 

von Thomas Stumpp 

Die Förderung von internationalen Koproduktionen im Theater gehört zu den originären Aufgaben des Goethe-Instituts. Koproduktionen stehen dabei grundsätzlich nie für sich, sondern haben im Allgemeinen eine lange Vorgeschichte und eine nachhaltige Wirkung. Anhand von Beispielen aus den letzten Jahren beschreibt der Autor die Arbeit des Goethe-Instituts für den internationalen Austausch im Kinder- und Jugendtheater. Stumpp

Kopf oder Zahl

Eine deutsch-zypriotische Begegnung 

von Anne Paffenholz 

Im Rahmen des Projektes 'Junges Europa' der European Theater Convention kooperierte das THEATER AN DER PARKAUE Berlin mit dem zypriotischen Staatstheater THOC in Nikosia. Entstanden ist dabei ein neuer Theatertext für ein junges Publikum, der in beiden Ländern in der jeweiligen Landessprache inszeniert worden ist. Die Autorin berichtet über die Arbeit an dem Kooperationsprojekt in beiden Ländern sowie die künstlerischen und interkulturellen Erfahrungen, die alle Beteiligten gemacht haben. Paffenholz

Den Faden finden. Immer wieder

'Simurghs letzte Feder' - Eine iranisch deutsche Zusammenarbeit 

von Stephan Weiland 

Auf Vorschlag des iranischen Dramatic Art Center und mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes, des Goethe Instituts und der Stadt Freiburg entstand erstmals eine Koproduktion mit einem zu gleichen Teilen mit iranischen und deutschen Mitwirkenden besetzten Ensemble. Vorangegangen waren über mehrere Jahre hinweg intensive Kontakte mit der iranischen Theaterszene bei Gastspielen, Workshops, einem Symposium, Auftragsproduktionen für Festivals, Vortragsreihen und Autorengespräche. Der Autor beschreibt seine Erfahrungen bei der Arbeit an der Inszenierung nach dem tausend Jahre alten persischen Nationalepos 'Shahnameh' (Buch der Könige) zwischen Teheran und Freiburg. Weiland

Ein Haus mit dem Baum drin

Zur Zusammenarbeit des Oldenburgischen Staatstheaters mit der Kopergietery in Gent (Belgien) 

von Matthias Grön 

Noch ist es nicht selbstverständlich, dass ein deutsches Stadttheater den Kontakt zu Freien und internationalen Ensembles sucht, Mitarbeiter freistellt und mit ungewohnten Arbeitsweisen experimentieren lässt. Durch die Unterstützung des Fonds Wanderlust der Kulturstiftung des Bundes konnte ein über drei Jahre währender Austausch zwischen verschiedenen deutschen und ausländischen Theatern ermöglicht werden. Das Junge Staatstheater in Oldenburg hat seinen Koproduktionspartner mit dem in ganz Europa bekannten Theater und Kinderkunsthaus Kopergietery in Gent, im benachbarten Belgien gefunden. Der Autor berichtet über die Erfahrungen des gemeinsamen Ensembles mit deutschen und belgischen Künstlern, die in ihrer künstlerischen Arbeit auf die universelle Sprache von Bild, Musik und Tanz setzen. Grön

Den Blick weiten und Neues ausprobieren

International Koproduzieren in Österreich 

von Kai Krösche 

Die österreichische Szene profitiere enorm von den internationalen Einflüssen, die durch Koproduktionen im Kontext der österreichischen Theaterlandschaft präsentiert werden. Daher ist der Ausgangspunkt für die Beobachtungen des österreichischen Gastautors die Frage danach, was eine internationale Koproduktion sein sollte. Mit O-Tönen renommierter Künstler und Festivalmacher aus der Alpenrepublik beschreibt er eine künstlerische Praxis, die den Wert internationalen Koproduzierens mehr und mehr zu schätzen weiß. Krösche

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