Themen XYZ 2014

Editorial

von Gerd Taube

Gerd Taube bezieht sich auf die Eröffnungsrede von Alexander A. Brjanzew, der 1921 das Theater der jungen Zuschauer im russischen Petrograd gegründet hat. Bereits damals bekräftigte Brjanzew eine Grundhaltung, die das zeitgenössische Kinder- und Jugendtheater bis heute prägt: Das Theater ist für seine Zuschauer da und muss sich auf sie beziehen, sonst verliert es seine Daseinsberechtigung. Taube

Kulturelle Teilhabe ermöglichen

Theater für junges Publikum braucht Kulturpolitik

von Wolfgang Schneider

Dass Theater für junges Publikum, im Englischen kurz TYA (Theatre for Young Audiences), und Kulturelle Bildung gesellschaftlich relevant und wesentlich sind – darüber besteht allgemeiner Konsens. Aber an entschlossenem kulturpolitischem Handeln mangelt es noch. Der Vorsitzende der ASSITEJ Deutschland fordert daher eine konzeptbasierte öffentliche Kulturpolitik, die das Junge Theater, seine Macher und sein Publikum angemessen fördert. Schneider

Mit dem Publikum spielen

Partizipation im Theater für junges Publikum

von Tabea Hörnlein

Das Theater in Deutschland steht vor einem neuen 'Turn', die partizipatorische Wende ist in vollem Gange. An Stadt- und Staatstheater werden so genannte 'Bürgerbühnen' (Dresden, Mannheim) sowie 'Volkstheater' (Karlsruhe) gegründet. An der '(Jungen) Bürgerbühne' am Schnawwl Mannheim wird zum Mitbestimmen aufgerufen. Involviertsein, Teilhabe und Partizipation sind drei Prinzipien jener Wende zur künstlerischen Teilhabe, die unterschiedliche Intentionen der Theatermacher widerspiegeln. Hörnlein

Lasst uns miteinander reden

Autoren und ihr Publikum

von Henning Fangauf und Lorenz Hippe

Im Kinder- und Jugendtheater entstehen gegenwärtig Texte und Aufführungen, die bereits im Entstehungsprozess den engen Kontakt zu ihrem Publikum suchen. Es gibt die Autoren, die zunächst intensiv die Lebenswelt von jungen Menschen erforschen, bevor es ans Schreiben der Theatertexte geht. Andernorts bilden Dramaturgen, Regisseure und Schauspieler 'Autorenkollektive' und entwickeln mit jugendlichen Darstellern gemeinsam eine Inszenierung. Und zum Dritten sind da die Theaterpädagogen, die per se in direktem und permanentem Kontakt mit dem Publikum stehen. Fangauf und Hippe

Zeitgenössisches Musiktheater für junges Publikum im Aufbruch

von Annett Israel und Gerd Taube

Annett Israel und Gerd Taube skizzieren einerseits die Entwicklungsgeschichte des Musiktheaters für junges Publikum und stellen andererseits zeitgenössische Formen vor, wie z.B. Opern mit jugendlichen Akteuren, in denen deren Themen musiktheatral bearbeitet werden. Junges Musiktheater geht dabei seine eigenen Wege, auf denen es heißt: "Mit den Ohren sehen und mit den Augen hören." Israel und Taube

Von der Illusion zur Realität

Räume im Theater für junges Publikum

von Gabi dan Droste und Kolja Burgschuld

In ihrem Beitrag zu Räumen im Theater für junges Publikum folgen Gabi dan Droste und Kolja Burgschuld "der Bewegung vom illusionären Bühnenraum zum realen Raum, von einem geschlossenen zu einem offenen Raumkonzept im Theater." Dass Theater ein offener Kommunikationsraum sein kann, in dem die Zuschauer zum Mitschöpfer, zum 'Co-Creator' werden, zeigen die beiden Autoren an ganz verschiedenen, zeitgenössischen Inszenierungsbeispielen. dan Droste und Burgschuld

Theater und Sozialraum

Theater als öffentliche und soziale Kunstform

von Anna Eitzeroth

TheatermacherInnen verlassen das Theatergebäude und begeben sich in die Sozialräume von Kindern und Jugendlichen, um mit ihnen Theater zu machen, sich aus unmittelbarer Nähe mit neuen, theaterunerprobten Orten und Menschen, die dort leben, auseinanderzusetzen. Anna Eitzeroth beschreibt die Theaterprojekte von Theater o.N. (Berlin) und dem Jungen Schauspielhaus Düsseldorf und zeigt die Chancen und Möglichkeiten einer derartigen theaterpädagogischen Arbeit auf. Eitzeroth

Die Legende lebt

Wie das Publikum die künstlerische Arbeit prägt

von Stefan Fischer-Fels

Der Künstlerische Leiter des GRIPS Theater Berlin, Vizepräsident der ASSITEJ International und Vorstandsmitglied der ASSITEJ Deutschland über seine Erfahrung mit dem Publikum: Was sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Publikum in verschiedenen deutschen Städten? Und inwiefern beeinflusst das Publikum den künstlerischen Prozess? Fischer-Fels

Mehr als eine Berührung

von Tristan Berger

In seiner Rezension des 26. Bandes der Reihe 'Spielplatz' des Verlags der Autoren (Frankfurt am Main) beschreibt Tristan Berger das Kooperationsprojekt 'TAtsch' ('TheaterAutoren treffen Schule') des Kinder- und Jugendtheaterzentrums. Dramatiker übernehmen für ein Jahr eine Patenschaft für eine Schulklasse und entwickeln gemeinsam ein Theaterstück. In dem besprochenen Band sind fünf jener Stücke abgedruckt. Berger

Kinder und Erwachsene als bewusste Zuschauer von heute!

von Lucie Morin

Die Autorin stellt die Publikation 'Spectateurs d'aujourd'hui' (2013) vor, eine in Frankreich in Auftrag gegebene Studie, die die Gesamtfamilie als Zuschauergruppe des Kinder- und Jugendtheaters untersucht. Lucie Morin schätzt ein, dass die Studie Erkenntnisse enthält, die insbesondere für die Kulturvermittlung von großer Relevanz sind. Morin

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