Themen XYZ 2017

Editorial

von Meike Fechner und Eckhard Mittelstädt

Darstellende Künste für und mit einem jungen Publikum finden in vielen verschiedenen Formaten mit sehr unterschiedlichen Akteuren statt. Dabei bewegen sich viele der Theaterschaffenden auf gleich mehreren Ebenen, arbeiten mit und für unterschiedliche Zielgruppen. Und auf allen diesen Ebenen finden Diskurse statt, wird um Qualität gerungen, sind Entwicklungen zu sehen und zu hören. In diesem Heft möchten wir Projekte, Programme und auch Debatten vorstellen und damit einen Beitrag zur Debatte der Künstlerinnen und Künstler leisten, die sich im Mai 2017 zum Weltkongress der ASSITEJ in Kapstadt versammeln […] Fechner und Mittelstädt

Theater für sozialen Wandel

Künstlerische Partizpation als Herausforderung für die Kulturpolitik

von Wolfgang Schneider und Anna Eitzeroth

Wolfgang Schneider und Anna Eitzeroth fragen danach, wie Theater die Welt von Kindern und Jugendlichen verändern und wie das Theater auch von ihnen - als Publikum, als Berater, als Scouts und Vermittler - selbst verändert werden kann. Sie plädieren dafür, dass Theater zu öffnen und als Ort der Begegnung zugänglich zu machen, der gesellschaftliche Veränderung, Utopie, Differenzierung und Diversität gleichermaßen ermöglicht. Schneider und Eitzeroth

Die Kultur interkultureller Kooperation

Strukturen, Prozesse und Rahmenbedingungen

von Annika Hampel

Annika Hampel diskutiert die geltenden Ideale gleichberechtigter künstlerischer Kooperationen zwischen Kulturakteuren im reichen globalen Norden  und im armen globalen Süden. Kritisch befragt sie die Verteilung der Ressourcen Zeit, Geld und Erfolg und skizziert Ideen für eine prozessorientierte Förderpraxis, die Scheitern zulässt, Selbständigkeit und echte Partnerschaften ermöglicht. Hampel

Von den Zwillingen, die sich lösen sollten

Theater mit Kindern zwischen Kunst und Bildung

von Peter Galka

Peter Galka beschreibt, welche Bedeutung ein veränderter Bildungsdiskurs für die Stärkung der kulturellen Bildung und insbesondere des Theaterspiels der Kinder hat. Theater mit Kindern findet innerhalb der Schule ebenso statt wie im Freizeitbereich. Künstlerisch inspiriert durch Arbeiten aus Flandern (Belgien) und diskursiv gestützt durch neuere Entwicklungen in der Theaterwissenschaft (Stop Teaching) formuliert Galka einen Appell für das Recht der Kinder, Theater als Kunst zu entdecken und zu gestalten. Galka

"Inklusion bedeutet ja nicht, dass sich alle irgendwo in der Mitte treffen."

Yvonne Schmidt im Gespräch mit Mira Sack

In ihrem Gespräch über inklusives Theater fragen die beiden Züricher Wissenschaftlerinnen nach den Besonderheiten der Zusammenarbeit von behinderten und nicht behinderten Künstler_innen. Das Konzept der „Agency“ erlaubt einen neuen Blick auf die Theaterkunst geistig behinderter Menschen und die Rahmenbedingungen, die es ihnen ermöglichen, alle Rollen im Theater für sich zu entdecken: Regie, Autorschaft, Schauspiel, Tanz…. und nicht zuletzt die der Zuschauer. Schmidt und Sack

Musiktheater für junges Publikum

Aktuelle Entwicklungen in Europa zwischen Tradition, Zeitgenossenschaft und Experiment

von Annett Israel

Annett Israel stellt aktuelle Entwicklungen im Musiktheater für junges Publikum in ihren historischen Kontext und regt dazu an, tradierte Produktionsweisen ebenso in Frage zu stellen, wie etablierte Rezeptionsroutinen. Im Fokus steht das inszenierte Hören als Ausgangspunkt für die musiktheatralen Experimente, die aus neuen Strukturen, experimentellen Musikensembles und in der Ansprache neuer Publikumsgruppen entstehen. Israel

Zeitgenössischer Tanz für junges Publikum

Positionen, Räume und Perspektiven

von Gabi dan Droste

Tanz für die Allerjüngsten, ortsspezifische Produktionen, die tänzerische Auseinandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen Themen sind Trends im „jungen Tanz“, der Kinder ab dem Babyalter und auch Jugendliche anspricht. Gabi dan Droste legt dar, wie die offenen Erzählweisen des Tanzes zu einer neuen Form der Kommunikation mit den Zuschauern als Akteure einladen. Dabei wird deutlich, dass der junge Tanz in Deutschland seine Dynamik aus der inspirierenden Begegnung mit dem jungen Publikum, dem Austausch junger Künstler untereinander, wechselnden Teams  und Projekten sowie einer breiten Förderung verdankt. dan Droste

Märchenerzählen und Gesellschaft verändern

Erzählzeit: Zugang zu Sprache und Kultur

von Sara und Gordon Vajen

Das Frankfurter Theaterhaus entwickelt seit einigen Jahren Modelle kultureller Bildung für einen Stadtteil, in deren Zentrum das mündliche Erzählen von alten Märchen steht. Grundschulklassen begegnen ausgebildeten Erzähler*innen in einem Sprachförderprogramm, das zugleich ganze Familien, Theaterbesuche und eigene Aktivitäten in den verschiedenen Künsten einbezieht. Gordon und Sara Vajen beschreiben, wie 'Erzählzeit' sein Theater verändert und seine Rolle in der Gesellschaft weiter denkt. Vajen

Theater für junges Publikum zwischen Zukunft und Zeitgenossenschaft

Gedanken über zeitgenössische Dramaturgie-Praxis

von Grete Pagan und Henrik Adler

Ausgehend von der Tatsache, dass Kinder und Erwachsene in einer Welt leben und diese dennoch anders wahrnehmen, regen Henrik Adler und Grete Pagan dazu an, zeitgenössische Dramaturgien im Kinder- und Jugendtheater anders zu denken: Dramaturgien sind die Entwicklungsabteilungen der Theater, sie schaffen Strukturen und ändern sie auch, sie finden Themen und Formen, schaffen Verbindungen zwischen Menschen, Institutionen, Privatem und Öffentlichem, Künstlerischem und Politischem. Pagan und Adler

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