Chronik

Fazit 2006

Auf die Ausschreibung zum Deutschen Kindertheaterpreis 2006 und zum Deutschen Jugendtheaterpreis 2006 waren 103 Vorschläge eingegangen. Zwar waren wieder mehr deutsche Autorinnen und Autoren vorgeschlagen worden als bei dem vorherigen Jahrgang, dennoch war die Jury nicht rund herum zufrieden mit der Ausbeute.

Es war auffällig, dass die künstlerische und literarische Qualität der vorgeschlagenen und eingesandten Texte fast durchweg unter dem Niveau des vorhergehenden Jahrgangs lag. Bei einer Reihe von Texten fiel es sogar schwer, von dramatischer Literatur zu sprechen, denn sie orientierten sich in ihren Plots an der Struktur von Vorabendserien oder Videospielen oder versuchten Formen der Internet-Kommunikation in Chatrooms für die Bühne zu adaptieren. Leider ist es den Autorinnen und Autoren dabei nicht gelungen, diese Phänomene der Jugendkultur künstlerisch und literarisch zu gestalten, zu oft sind die Muster der populären Medien einfach nur nachgeahmt worden. Im Kindertheater waren viele märchenhafte Stoffe und Motive aus Mythen und Legenden zu finden. Oft fehlte dann jedoch die direkte oder poetisch vermittelte Bezugnahme auf die Lebenswirklichkeit der Kinder.

Die Jury hat sich auch kritisch zu dem geringen Anteil von Vorschlägen der Theater geäußert und vor allem die Kinder- und Jugendtheater aufgefordert, ihrer Verantwortung zur Pflege des Repertoires auch durch die Wahrnehmung ihres Vorschlagsrechts gerecht zu werden.

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