Preisträger

Charles Way (Foto: Theaterverlag)

Way, Charles (Großbritannien)
Deutscher Kindertheaterpreis 2010
für sein Stück Verschwunden (Missing)
eine Auftragsarbeit für das Consol Theater Gelsenkirchen und das Theatre Iolo in Cardiff (Großbritannien); aus dem Englischen von Anke Ehlers
Theaterstückverlag Brigitte Korn-Wimmer & Franz Wimmer (GbR), München

Jurybegründung

Die Figuren dieses Stücks verhehlen ihre Herkunft aus dem Märchen nicht: Der hilf- und arbeitslose Vater, die grausame und geldgierige Stiefmutter und die von ihren Eltern als Last empfundenen verwahrlosten Kinder Hans und Grete. Doch es sind Menschen von heute: Die alte Zeche und der Förderturm lokalisieren das Geschehen, das heruntergekommene Haus der Familie erzählt von prekären Verhältnissen. Die Eltern fassen den monströsen Plan einer Entführung der eigenen Tochter und spekulieren auf das Geld der mitleidsvoll spendenden Gemeinschaft. Am Ende rettet Hans seine Schwester und die Eltern werden bestraft. Das Geld hat Hans im Wald vergraben. Ein Schatz für Grete. Die Geschichte wird von den Figuren aus ihrer jeweiligen Perspektive erzählt. So entsteht eine berührende und konsequent heutige Märchenadaption, die auf die Symbolkraft der Motive und die Spannung des Geschehens setzt. Die epische Wucht des Textes ist eine Herausforderung an jede Inszenierung.

Werkbeschreibung

Hans und Grete, zwei Geschwister im Revier, müssen zusammenhalten, seitdem ihre Stiefmutter in ihr Leben trat. Hans geht arbeiten, statt in die Schule, um seine Schwester finanziell zu unterstützen. Er stiehlt sogar für sie. Grete hat gelernt dauerhaft zu lächeln, um ihr Leben erträglicher zu machen und mit dem Grinsen ihre Hoffnungslosigkeit zu maskieren. Als der Vater seinen Job verliert, sieht die Stiefmutter ihre Hoffnungen auf ein besseres Leben dahin schwinden. Dumm ist sie aber nicht, ein neuer Plan ist schnell geschmiedet: Ihr Cousin soll Grete entführen, die Beute wird geteilt. Zwar beobachtet Hans die Entführung, doch er kann den Plan nicht durchkreuzen. Polizei und Medien werden eingeschaltet. Die Bevölkerung spendet Geld; der Plan scheint aufzugehen. Durch einen Trick gelingt es Hans jedoch, Grete zu befreien. Die Stiefmutter und der Vater müssen ins Gefängnis und Hans vergräbt das gespendete Geld. Ein Schatz für Grete.

Kurzbiografie

Geboren 1955 in Tiverton (Großbritannien). Way schreibt seit 1978, damals noch als Hausautor am Leeds Playhouse, Stücke für das professionelle Theater sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Er arbeitet immer wieder intensiv mit verschiedenen Theatergruppen in England und Wales zusammen, die sich neuen Themen und Ideen aufgeschlossen zeigen. Charles Way hat inzwischen über vierzig Stücke geschrieben, die weltweit gespielt werden. Das nominierte Stück entstand im Auftrag des Consol Theaters Gelsenkirchen.

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