Preisträger

Stephens, Simon (Großbritannien)
Nominiert für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2004
für sein Stück Port
Deutsch von Barbara Christ
Rowohlt Theater Verlag, Reinbek

Jurybegründung

Der Autor stellt ein Mädchen als Helden in den Mittelpunkt seines Stückes und erzählt den Ausschnitt der Biografie von Racheal zwischen ihrem elften und ihrem vierundzwanzigsten Lebensjahr. Das Stück zeigt ihre Geschichte in Momentaufnahmen. Sie wächst in Stockport auf, einer Gegend in der Jugendliche nur wenige Chancen haben. Trotz aller Schwierigkeiten lässt sie aber den Mut nie sinken, weil sie den Glauben an das Leben und sich nie aufgibt. Eine Geschichte über die Schönheit des Lebens. Das Stück ist in einer bewusst gewählten Alltagssprache geschrieben, in schnellen Dialogen und dem Gespür dafür, dass die Wahrheit oft hinter den gesprochenen Wörtern verborgen liegt.

Werkbeschreibung

Momentaufnahmen aus Stockport, kurz 'Port' genannt, einer durchschnittlichen Industriestadt. Schon als Kind möchte Racheal Keats so schnell wie möglich von hier weg und noch, glaubt sie, stehen ihr alle Möglichkeiten offen. Nur sie zu ergreifen ist nicht ganz so leicht. 1988: Wieder mal hatte Racheals Vater einen Wutanfall, wieder mal muss Racheal, 11 Jahre alt, mit ihrer Mutter und Billy, ihrem kleinen Bruder, im Wagen unten vor dem Wohnblock übernachten. 1990: Racheals Mutter hat sich aus dem Staub gemacht, und jetzt liegt auch ihr Großvater im Sterben, Racheals letzter Verbündeter. 1992: Racheal erfährt, dass Billy angefangen hat zu klauen und ihre Clique damit ansteckt. 1994: Mit 17 will Racheal endlich von zu Hause ausziehen, braucht dafür aber Geld. 1996: Racheal jobbt in einem Supermarkt, hat ihre erste eigene Wohnung und ist mit Danny, ihrem Schulfreund, zusammen. 1999: Racheal hat den älteren Kevin geheiratet - eine neue Sackgasse, da Kevin ein brutales Abbild ihres Vaters ist. 2002: Nach ihrer Scheidung kehrt Racheal nach Stockport zurück, fest entschlossen, nun endgültig fort zu gehen.

Kurzbiografie

Simon Stephens, 1971 in Stockport/South Manchester geboren, studierte Geschichte an der York University, bevor er als Lehrer für Englisch, Theater und Medien an der Eastbrook School in Dagenham unterrichtete. 2000 kam er als 'resident dramatist' an das Royal Court Theatre in London und wurde im selben Jahr Hausautor am Royal Exchange Theatre in Manchester. Von 2001 bis 2006 arbeitete er als Tutor des 'Young Writers'-Programms am Royal Court Theatre, wo auch das Stück 'Reiher', mit dem er in Deutschland bekannt wurde, 2001 zur Uraufführung kam. In der Spielzeit 2001/02 erhielt Simon Stevens für 'Port' den Pearson-Award für das beste neue Stück. Für 'Am Strand der weiten Welt' wurde er 2006 mit dem 'Laurence Olivier Award for Best New Play' ausgezeichnet. In den Kritikerumfragen von 'Theater heute' wählte man ihn 2006 (gemeinsam mit Biljana Srbljanovic und Neil LaBute) sowie 2007 zum besten ausländischen Dramatiker des Jahres. Die Aufführungsrechte für seine Stücke liegen beim Rowohlt Theater Verlag in Reinbek bei Hamburg.

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